USB-Sticks

In den letzten Jahren haben USB-Sticks beim Datenaustausch Disketten und CDs nahezu komplett abgelöst und auch DVDs verlieren aufgrund der steigenden Kapazität der kleinen Speichermonster zunehmend an Bedeutung. Auch in der Elektronik und der professionellen Administration sind die kleinen Helfen nicht mehr wegzudenken. Sei es für den Transport von kurzlebigen Programmen, Treibern und Updates oder als bootfähiger Wartungsdatenträger für Arbeiten an Systemen und Servern. Auch im Seminarbetrieb sind sie unentbehrlich geworden.

Leider erfüllen nicht alle Sticks die in sie gesetzten Erwartungen und bei jedem Kauf frage ich mich, welcher hat sich denn das letzte Mal bewährt? Aus diesem Grunde habe ich angefangen eingekaufte Speichersticks zu Benchmarken und die Ergebnisse hier zu sammeln.

Benchmark

Für den Lesetest kommt als Benchmark das Programm H2BenchW des Heise Verlags zum Einsatz. Die Ergebnisse können als Textdatei heruntergeladen werden. Als Testrechner kommt ein normaler Rechner mit einem USB 2.0 Anschluss zum Einsatz, der Rechner wurde nicht speziell vorbereitet.

Verfahren

Es werden drei unterschiedliche Tests durchgeführt:

  • pre Read - Ein vorgeschobener Lesetest.
  • Read/Write - Ein Schreib-/Lesetest als Hauptprogramm.
  • post Read - Ein abschließender Lesetest nach einer erneuten Formatierung des Speichermediums

Das Programm wird mit folgenden Parametern aufgerufen:

h2benchw %LAUFWERK% -a  -tt "USB-STICK BESCHREIBUNG" -w %HERSTELLER%_%BEZEICHNUNG%_%GRÖSSE%_%TEST%

Lesetests

h2benchw %LAUFWERK% -a -! -tt "USB-STICK BESCHREIBUNG" -w %HERSTELLER%_%BEZEICHNUNG%_%GRÖSSE%_%TEST%

Schreib-/Lesetest

Damit das Benchmark durchläuft, muss beim Haupttest mit dem Windows Werkzeug „diskpart“ die Partition auf dem Stick entfernt werden.

q:\usb-sticks> diskpart
DISKPART> list disk

  Datenträger ###  Status         Größe    Frei     Dyn  GPT
  ---------------  -------------  -------  -------  ---  ---
  Datenträger 0    Online           74 GB  6711 MB
  Datenträger 1    Online         3823 MB      0 B

DISKPART> select disk 1

Datenträger 1 ist jetzt der gewählte Datenträger.

DISKPART> clean

Der Datenträger wurde bereinigt.

DISKPART> list partition

Auf diesem Datenträger sind keine Partitionen, die angezeigt werden können, vorhanden.

exit

Löschen der Partitionen mit diskpart

Nach dem Test muss der USB-Stick wieder partitioniert und formatiert werden. Dieses kann normal über den Arbeitsplatz von Windows durchgeführt werden. Die Laufwerke werden von mir mit dem Dateisystem FAT32 und einer Clustergröße von 4096 Byte formatiert. Danach wir der Stick erneut im Lesemodus vermessen.

Eintragen werden in der Tabelle die mittleren Übertragungsraten des Schreibe- und Lesetests. Diese werden auf die erste Stelle hinter dem Komma abgerundet. Für genauere Ergebnisse stehen die Ausgabedateien der durchgeführten Tests zur Verfügung.

Auffälliges

Auffällig ist, dass bei einigen Sticks der eingehende Lesetest wesentlich schlechtere Werte erzeugt als der nachfolgende Schreib-/Lesetest. Der Unterschied liegt hier beim Löschen der Partitionen, die für den Schreibtest entfernt werden müssen. Nachdem das Speichermedium wieder mit einem Dateisystem versehen wurde, liegt im abschließenden Lesetest die Leserate im hohen Bereich des Schreib-/Lesetests.

Der Grund hierfür ist unklar. Es kann an einer Formatierung mit schlechten Parametern oder an einer Fragmentierung des Sticks auf der Wear-Leveling Ebene liegen.

Bei anderen USB-Sticks sieht es exakt anderes herum aus. Nachdem die Partition entfernt und neu aufgebracht wurde, brach die Lese- und gefühlte Schreibrate stark ein. Auffällig ist hierbei, dass dieses um den Faktor 2 oder einem anderen Teiler zur vorherigen Leserate passiert. Hier kann der verwendete Chipsatz das Problem verursachen und für die Partitionierung ein entsprechendes Hersteller-Tool notwendig sein. In der original Partitionierung scheint dieser die Daten in einem Stripeingverfahren auf mehrere Speicherchips zu verteilen. Nach einer einfachen Partitionierung könnte dieses nicht mehr der Fall zu sein und die Speicherchips werden linear erweitert.

Tabellen

USB-Sticks 1GB

Abbildung Bezeichnung Hersteller Read Write Ergebnis Kauf Test
 GEIL David 100 1GB David 100 GEIL 31,8 MB/s 15,6 MB/s read/write
post read
2006 05/2011
Dieser Stick hat bei meiner ersten Auswertung 2005/2006 die besten Ergebnisse erzielt, weshalb ich ihn damals für meinen IT-Support eingekauft habe. Derzeitig verrichten noch vier der 5 fünf Sticks bei mir ihren Dienst und beherbergen bootbare Wartungs- und Rettungssysteme. Er war damals nicht ganz günstig, stellt für mich aber auch heute noch eine Referenz an Zuverlässigkeit und Performanz dar. Es wäre schön, wenn sich moderne Speichermedien an diesem Gerät orientieren würden. Da für dieses Medium kein pre read Test durchgeführt wurde, fehlen diese Ergebnisse in der Tabelle.

USB-Sticks 4GB

Abbildung Typ Hersteller Read Write Ergebnis Kauf Test
 SaneDisk Cruzer Blade Cruzer Blade 4GB SanDisk 18.3 MB/s
0,99 ms
5,2 MB/s
3,0 ms
pre read
read/write
post read
05/2011 05/2011
Das Gerät macht mit seinem reinen Kunststoffgehäuse von außen keinen wertigen Eindruck, der erste Lesetest überraschte daher mit sehr guten Ergebnissen. Allerdings reduzierten sich diese nach dem Entfernen der Partition auf die Hälfte. Eine neue Partitionierung und Formatierung brachte keine Abhilfe. Hier muss einmal geprüft werden, welcher Chipsatz vom Hersteller verwendet wird und ob ein spezielles Partitionierungswerkzeug notwendig ist.
 Verbatim PineStripe PinStripe 4GB Verbatim 15,3 MB/s
1,02 ms
5,3 MB/s
249,28 ms
pre read
read/write
post read
05/2011 05/2011
Dieses Speichermedium hat die Eigenart, dass sich nach einer neuen Partitionierung und einer Formatierung die Leserate deutlich erhöht hat. Es gibt keinen Verschluss, der den USB-Anschluss schützt, es gibt nur einen Schieber der über den äußern Teil des Anschlusses geschoben werden kann und die Anschlüsse selber nicht schützt. Das Phänomen der geringen Lesegeschwindigkeit bei der Herstellerformatierung wurde mit einem zweiten Stick bestätigt. Genauere Untersuchungen stehen noch aus.
Vervatim Clip-it 4gb Clip-it 4GB Verbatim 8,1 MB/s
1,29 ms
2,6 MB/s
407,76 ms
pre read
read write
post read
06/2011 06/2011
Insgesamt zu langsam für die Kapazität und eine zu hohe Zugriffszeit bei Schreibzugriffen. Kleiner USB-Stick, der sich auch als Büroklammer nutzen lässt. Die Kontakte liegen frei und sind ungeschützt.
 Kingston Data Travaler Mini Lite 4gb Data Travaler Mini Lite 4GB Kingston 06/2011
 CnMemory Minimo Minimo 4GB CnMemory 13,9 MB/s
1,7 ms
5,9 MB/s
768,80 ms
pre read
read write
post read
05/2011 05/2011
Der erste Stick war defekt. Er meldete nach dem Einstecken Dateisystemfehler und konnte nicht formatiert oder vermessen werden. Dieser Stick wurde umgetauscht. Der zweite Stick meldete ebenfalls Dateisystemfehler, konnte aber formatiert und vermessen werde. Allerdings schmierte der Haupttest ein Mal ab. Bei den Messergebnissen ist ein besonderes Augenmerk auf die Zugriffszeit beim Schreiben zu richten. Diese Werte sind extrem hoch, was auf ein Schreibproblem bei den Speicherblöcken hin deuten könnte. Auch wenn die gemessene Lesegeschwindigkeit und die Gerätegröße interessant sind, der Hersteller scheint noch Probleme mit der Technik zu haben. Insgesamt würde ich diesem Stick keine wichtigen Daten anvertrauen.

Interne Ressourcen

Externe Ressourcen

wiki/elektronik/komponenten/usb-sticks/index.txt · Zuletzt geändert: 2013-10-30 08:59 von Marek Walther