LVM2 Grundlagenworkshop

Einleitung

LVM2 unter Linux ist eine Abstraktionsschicht auf Kernelebene, die eine dynamische Verwaltung von physikalischem Festplattenplatz ermöglicht. Aus historischen Gründen lässt sich der Speicherplatz einer Festplatte nur in feste Bereiche, den Partitionen, aufteilen. Eine Änderung der vorgenommenen Struktur bedingt eine komplette Neupartitionierung der Festplatte und damit einen „Verlust“ der auf ihr abgelegten Dateisysteme. Als weiteres Hindernis kann die Partitionstabelle einer Festplatte maximal 4 primäre oder 3 primäre und eine erweiterte Partition aufnehmen. Die erweiterte Partition enthält eine eigene Partitionstabelle, die je nach Größe 6 bis 12 logische Partitionen aufnehmen kann. Auch wenn es heute brauchbare Werkzeuge gibt, die bei einer Verkleinerung oder Umpartitionierung die vorhandenen Dateisysteme anpassen oder verschieben, ist deren Handhabung für den administrativen Betrieb aufwändig, unflexibel und mit einem Offlinebetrieb des betreffen Systems verbunden. LVM2 hebt diese Beschränkungen auf und flexibilisiert die Zuweisung von Speicherplatz. Es kann durch das spätere Hinzufügen von weiterem Festplattenspeicher erweitert werden und fast alle Wartungs- und Bearbeitungsfunktionen sind im Onlinebetrieb des Systems durchführbar. Diese Eigenschaften und ein paar weitere Spezialitäten senken den Arbeitsaufwand und den Stressfaktor in der Administration erheblich.

Versionen und Unterschiede

Logical Volumen Management ist bei Linux seit der Kernelversion 2.2 im Einsatz und weit verbreitet. Die erste Version hat gegenüber der Version 2 einige Einschränkungen und es fehlen ihr einige Funktionen. Ein großer Fortschritt ist die Aufhebung der maximalen PE-Zuweisungen an Volumen. Die physikalischen Extents (PE) bilden die Granularität, mit der den logischen Volumen Speicherplatz zugewiesen wird. Hierbei gab es bisher die Beschränkung, dass einem logischen Volumen maximal 65535 PEs zugewiesen werden konnten, was die maximale Größe eines Volumens bei der PE-Standardgröße von 4MB auf 256GB beschränkte. Hinzu kommen Probleme mit der Performance bei einer hohen Zahl zugewiesener physikalischer Extents (PE). Neben der Verbesserung der Performance besitzt LVM2 die Möglichkeit, Metadaten in den physikalischen Volumen zu hinterlegen und bietet Raum für Erweiterungen und dem Clustering von Volumengruppen im Netzwerk.

Interne Ressourcen

Externe Ressourcen

wiki/seminare/workshops/lvm2/index.txt · Zuletzt geändert: 2013-09-17 20:00 von Marek Walther